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Meine (eigene) Meinung - die gönn´ich mir

Fiasko Grün-Rot-Gelb...

...so habe ich den nachfolgenden Text vor einem Jahr überschrieben und war mir dabei nicht bewusst, wie top-aktuell diese Zeilen noch ein Jahr später sein sollten. Ratlos zögere ich nun, den Text zu löschen und durch einen neuen zu ersetzen, vielleicht besser nicht.

Noch etwas stehen lassen und darunter weiteren Senf dazugeben! - ja so mache ich das.

"Fiasko Grün-Rot-Gelb", so werde ich unser neues Trendessen für die Saison 2023 nennen. ​Zuerst dachte ich dabei an "karamellisierte Bärlauchspätzle an Ketchup und Senf", mit einer kleinen, prallen Cocktailtomate obenauf, und dazu einem lachenden, pechschwarzen Lakritzmänn-frauchen mit braunem Seppelhut, als Garnitur. Ich fürchte nur, diese Kombination trifft die Realität leider nicht mal annähernd und würde sich ohnehin nur sehr schleppend verkaufen... (Ich denke also weiter darüber nach und informiere rechtzeitig über das Ergebnis meiner kulinarischen Überlegungen)

Und nun zur Politik: Frau Baerbock hat ja nun endlich klargestellt, was mit der grünen Partei passiert ist, nämlich dass sie sich um 180° gedreht habe. Gut, das erklärt warum sie (die Partei) nun, zumindest in Berlin geschlossen für Aufrüstung, Braunkohleabbau und wohl bald auch für Atomenergie ist. Die flächendeckende Einführung von elektrisch betriebenen Wärmepumpen macht dies wahrscheinlich notwendig. Langfristige Lieferverträge für ökologisches Fracking- und umgeleitetes Russlandgas mit zuverlässigen Demokratien auf der ganzen Welt flankieren hier die energiepolitische Zeitenwende. Meine Begeisterung für dieses entschlossene Handeln ist ähnlich groß, wie die, für das eingangs vorgestellte Gericht. Nein, ehrlich, sie ist doch wesentlich kleiner. 

Als "Grünwähler der ersten Stunde" stehe ich zugegebenermaßen etwas im Regen, und zum Glück muss ich in nächster Zeit nicht zum Wählen.

Im weiteren Verlauf von Anna-Lena´s kleiner Mathematikstunde staune ich nicht schlecht, denn sie erwartet von Herrn Putin eine Kehrtwendung um 360°, was ja nun denn einen Kurswechsel seinerseits im Ukrainekrieg eher schwierig macht.

Diese Erwartungshaltung erklärt aber dafür endlich, und überdeutlich, warum in der deutschen und europäischen Politik kein Gedanke an eine Befriedung dieses grausamen Konfliktes vergeudet wird. Das Ziel ist, dass die Ukraine, stellvertretend und anstelle der gesamten Nato, Russland besiegt und Putin beseitigt. Zum Glück spricht sie noch nicht von "Unterwerfung", weil dann müsste die kleine Ukraine ja das gesamte russische Gebiet alleine besetzen und nach dem endgültigen Sieg verwalten.

Geschmacklos sich darüber lustig zu machen? - Ja, und ich mache mich auch nicht lustig, sondern ich versuche mit satirischen Mitteln deutlich zu machen, wie widersinnig und unreflektiert die politischen Argumentationen und wie engstirnig die Haltungen in den wichtigsten und gefährlichsten Tagen für Europa seit dem zweiten Weltkrieg sind. Nach meinem Dafürhalten darf es niemals "keine Möglichkeiten" für die Diplomatie geben. Nicht bevor man nicht wenigstens einmal ernsthaft versucht hat das Töten und Sterben von zahllosen Menschen auf beiden Seiten diplomatisch zu beenden. Dialog und Streitschlichtung erfordern erfahrene Moderatoren, Mediatoren und Diplomaten, die mit Respekt und Feingefühl, aber auch mit Nachdruck auf Kompromisse hinarbeiten. Diese (Fach-)Leute sehe ich nicht in unserer politischen Elite, stattdessen Kriegstreiberei - unisono, auch und ganz besonders von den "Berufsdiplomaten". Wer sagt, mit Putin dürfe es keine Kompromisse geben, der/die erkläre mir dann bitte, was denn ein Sieg oder die Niederlage in einem Krieg anderes ist, als ein erzwungener Kompromiss. Haben sich, historisch gesehen, denn Siege als gute Kompromisse erwiesen? Darüber liesse sich vermutlich trefflich streiten. Aber worüber man nicht streiten sollte, ist dass es genug Tote gegeben hat und jeder Tag, den dieser Krieg andauert, einer zuviel ist. Wir sollten aufhören darüber zu streiten, wer nun recht hat oder nicht, und wer nun woran auch immer Schuld trägt und wer nicht, und endlich anfangen nach Lösungen zu suchen. Dies geht nur gemeinsam mit allen Konfliktparteien und mit Kompromissen bei allen Beteiligten. Respekt und eine wertschätzende Grundhaltung wären hierzu hilfreiche Werkzeuge.

In meinem letzten Text an dieser Stelle, habe ich vor einem Jahr geschrieben: ...

"In der Zeit nach dem ersten Weltkrieg entstand in Deutschland, nicht zuletzt aufgrund der erdrückenden Versailler Verträge, ein Klima, das die schlimmstmögliche Entwicklung überhaupt in Gang setzte. Ich hoffe inständig, dass die Politik dieses Mal nicht dieselben Fehler wiederholt, sondern aus der Geschichte gelernt hat." 

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So schrieb ich also vor einem Jahr, und die Ratlosigkeit ist nun einer nicht ganz neuen Erkenntnis gewichen:

"Wenn es schlimm ist und Du denkst es kann wohl nicht mehr schlimmer kommen, dann wird es meist schlimmer." Nach dem Krieg in der Ukraine ist nun ein weiterer schwelender Konflikt aufgebrochen, der schnell zum Flächenbrand werden könnte, der Krieg in Gaza. 

Noch viel mehr Waffen werden weltweit verkauft, Unsummen Geldes werden bewegt um diese Waffendeals zu finanzieren und junge Menschen, Kinder, Unschuldige sterben tagtäglich durch diese Waffen. Deutschland - moralisch immer sauber und politisch korrekt, nein mehr als das: moralisch perfekt.

Die Selbstgefälligkeit unserer Eliten ist schockierend, und deren Umgang mit Andersdenkenden befremdend -  seit geraumer Zeit schon.  

Was kann in diesem Klima Gutes entstehen, wo liegt die Chance im Problem, wie kann man die Situation umdeuten? Vermutlich braucht es diese schlimmen Eskalationen um die Fehlstellen deutlicher zu erkennen. Die Bauernproteste sind nicht nur Indikator für eine überforderte Regierungsmannschaft, sondern aufgestaute Frustration bricht sich Bahn, über jahrzehntelange, immer unerträglichere Gängelung durch eine theoretisierende und lobbyisierende Verwaltungskaste, fernab der bäuerlichen Realität. Klimakleber kleben nicht aus Spaß, sondern Verzweiflung auf der Straße, und Bürger enthalten sich der Wahlen nicht aus Dummheit, sondern aus Verzagtheit über ihre schwindenden politischen Mitgestaltungsmöglichkeiten. 

Dies alles zeigt uns, wie nötig Erneuerung, Reform und Seriosität in der Politik nun sind. Neue Parteien formieren sich und pazifistische Meinungen werden trotz Gegenwind in Politik und Medien wieder geäußert. Und so hoffe ich, dass in diesen schwierigen Zeiten und trotz aller widrigen Vorzeichen, Erneuerung und Vernunft wieder deutlicher für alle erkennbar werden. Bei Wahlen, und deren kommen dieses und nächstes Jahr einige auf uns zu, sollten wir jedenfalls genau achtgeben, wen wir unterstützen und wem wir unsere Unterstützung besser entziehen sollten. Eines ist klar: Gute Lösungen können wir weder erwarten von ewiggestrigen und demokratiegefährdenden Nationalisten, noch von mächtigen, nicht weniger demokratiegefährdenden Lobbyisten und deren Günstlingen. Nach Jahren politischer Unklarheit und Orientierungslosigkeit schaffen extreme Situationen wie die augenblickliche neue Klarheiten. Alte Parteien müssen Farbe bekennen und neue Parteien, die eine Chance für unsere Demokratie darstellen, müssen Unterstützung finden - durch Wahlergebnisse. 

In diesem Sinne freue ich mich zum ersten Mal seit langem wieder auf meine nächsten Wahlen.

Und das ist ja auch schon einmal was...

Wir sehen uns,    Euer Michael

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